Hochschultreffen des Vereins "Moodle an Hochschulen e.V." (11./12.03.2025)
Abschnittsübersicht
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Moodle-Hochschultreffen in Potsdam 2025
In diesem Jahr fand das Moodle-Hochschultreffen (#MoodleHST) vom 11.03.-12.03. an der Universität Potsdam statt. Mehr als 150 Moodle-Begeisterte fanden sich dort ein, um sich in 36 Sessions zu Moodle auszutauschen.
Natürlich folgte auch das Kompetenzzentrum Moodle.NRW der Einladung und nahm beinahe vollzählig teil. Gerne möchten wir einen Rückblick mit euch teilen. Wir danken allen, die an der Organisation der rundum gelungenen Veranstaltung beteiligt waren!Das Gruppenfoto wurde aufgenommen von Ernst Kaczynski (Universität Potsdam)
10.03: Vortreffen an der TU Berlin zu Lehrevaluation
Bereits am frühen Montagmorgen begab das Team sich auf den Weg nach Potsdam. Alexander Mikasch, Jasmin vom Brocke und Lena Nedwed nutzten den Anreiseweg über Berlin, um sich schon am Nachmittag mit Kollegen aus Berlin zu treffen und ein gemeinsames Projekt zu planen. Ziel des Projekts ist es eine Möglichkeit zu schaffen, die Lehrevaluation direkt in Moodle durchzuführen. Es besteht bereits ein Lastenheft, das gemeinsam evaluiert wird, sowie eine Vorentwicklung zur Kursevaluation. Ab April soll die Entwicklung des Plugins beginnen; Voraussetzung hierfür ist, dass noch mehr Entwicklungskapazität akquiriert wird. Aktuell sind zwei Entwickler beteiligt. Die TU Berlin hat das Vorhaben sowie das Plugin zur Kursevaluation auch am Mittwoch auf dem Moodle-Hochschultreffen vorgestellt.
11.03.-12.03: Moodle-Hochschultreffen
Am Dienstag und Mittwoch konnten die Teilnehmenden sich auf ein vielfältiges und prall gefülltes Programm freuen:
Muster-Barrierefreiheitserklärung
Der erste Tag der Konferenz bot zum Beispiel einige Sessions zum Thema der digitalen Barrierefreiheit. In diesem Themenfeld präsentierte Laura Schaffeld in ihrer Session die Muster-Barrierefreiheitserklärung von Moodle.NRW. Zunächst stellte sie vor, über welche Bausteine eine Barrierefreiheitserklärung verfügen muss und was diese bedeuten. Im Anschluss warf sie mit den Teilnehmenden der Session einen Blick auf das Muster von Moodle.NRW und erklärte, wie man es einbinden könne und wie Hochschulen es an die eigenen Gegebenheiten anpassen können.
Die Muster-Barrierefreiheitserklärung steht unter einer CC-BY-Lizenz zum Download auf der Webseite von Moodle.NRW zur Verfügung: Barrierefreiheitserklärung für MoodleArchivierung von Prüfungsdaten
Auch das Thema Archivierung von Prüfungsleistungen wurde gleich zu Beginn des Hochschultreffens in zwei aufeinanderfolgenden Sessions diskutiert. Niels Gandraß stellte die Ergebnisse eines Workshops vor, der in Zusammenarbeit mit der Hochschule Hannover stattfand. 106 User Stories sowie 31 Base Requirements konnten identifiziert werden und wurden von Niels übersichtlich aufgearbeitet (Dokumentation). Aktuell besteht der Quiz_Archiver als Plugin zum Export von Quizzes in ein archivierbares Format. Ziel ist es in weiteren Arbeiten ein Archivierungsökosystem zu schaffen, das alle Anforderungen zur Archivierung von Prüfungsdaten an Hochschulen abdeckt. Die Community ist dazu eingeladen Feedback zu den gesammelten Anforderungen auf GitHub zu geben.
KI-Chatbot für Supportanfragen
Im Rahmen einer Kooperation der Projekte Moodle.NRW und MIau.nrw stellten Alexander Mikasch und Bastian Schmidt-Kuhl (MIau.nrw) am Nachmittag dann einen Prototyp eines Open-Source-Supportbots vor, der speziell für Standard-Supportanfragen entwickelt wurde. Der Supportbot basiert auf einer Kombination aus Large Language Models (LLM), Retrieval-Augmented Generation (RAG) und einem Agenten-System. Eine Besonderheit des Systems ist, das dieses System auf einem Agent-System beruht, das nicht nur Wissen abrufen kann. Darüber hinaus kann es auch hinterlegte Funktionen wie die Kurserstellung aufrufen und bietet somit die Möglichkeit den Support zu entlasten. Der Kontext des LLM besteht ausschließlich aus einer lokal gespeicherten, strukturierten Wissensbasis. Diese kann auf zwei Wegen erweitert werden: Entweder durch einen Crawler, der Webseiten automatisch analysiert, aufbereitet und die Inhalte in drei verschiedene Vektor-Embeddings umwandelt, oder durch das direkte Einlesen von Dokumenten im JSON-Format, ohne den Umweg über eine Webseite.
Der Workflow des Systems ist klar strukturiert: Anfragen werden zunächst anonymisiert, geplant, deanonymisiert und anschließend mit Hilfe der Wissensbasis abgearbeitet. Dabei stellt das System sicher, dass alle Antworten auf tatsächlich vorhandenen Informationen beruhen („grounded“) und keine unerwünschten Halluzinationen entstehen.
Das vorgestellte System zeichnet sich durch seine vielseitigen Einsatzmöglichkeiten aus. Obwohl Moodle im Fokus stand, eignet es sich auch für andere Anwendungsbereiche wie Campus Management oder institutionenspezifische Prozesse, die nur intern dokumentiert sind. Aufgrund seiner Geschwindigkeit ist der Chatbot primär für eine asynchrone Kommunikation vorgesehen, beispielsweise über eine Mail-Queue per Cron-Job. Derzeit basiert der Prototyp auf OpenAI-Technologie, aber auch lokal gehostete LLMs können genutzt werden, da die Qualität der Antworten maßgeblich von der gepflegten Wissensbasis abhängt.
Die Präsentation endete mit einem Dank an das Entwicklerteam der MoodleMoot DACH 2024 sowie einer lebhaften Diskussionsrunde, in der weiterführende Fragen der Teilnehmenden besprochen wurden.Interoperabilität und Moodle
Am zweiten Tag der Konferenz hielten Jasmin vom Brocke und Valerie Hindenburg eine Session zum Thema „Interoperabilität zwischen ILIAS und Moodle“. In der Session wurde die Übertragung von Inhalten aus ILIAS nach Moodle am Beispiel der Toolboox für Barrierefreiheit thematisiert. Nach einer kurzen Vorstellung der Toolbox, wurden die Hürden, welche bei der Übertragung auftraten in den Fokus genommen. Insbesondere das Fehlen eines für beide LMS kompatiblen Import-Export-Format zwischen den LMS bedeutet einen erheblichen Mehraufwand in der Übertragung, angefangen beim Anpassen der Formatierung. Nachdem eigene Lösungsmöglichkeiten als Gesprächseinstieg vorgestellt wurden, diskutierten die Sessionteilnehmenden im Anschluss u.a. über mögliche Übertragungsformate wie SCORM oder H5P sowie über die Nutzung von LTI-Schnittstellen.
Die Toolbox zur digitalen Barrierefreiheit steht demnächst auf der Webseite von Moodle.NRW zum Download mit einer CC-BY-Lizenz für eure Weiternutzung zur Verfügung.Vereinheitlichung von Kursen mit Generico-Vorlagen
Andreas Kempka (FernUniversität in Hagen) stellte in seiner Session das Moodle-Plugin "Generico Filter" vor. Dabei handelt es sich um ein Textfilter-Plugin, mit dessen Hilfe Moodle-Kurse vereinheitlicht bzw. individualisiert werden können. Zu den potentiellen Einsatzmöglichkeiten zählt z.B…
- …das Hinterlegen von individualisierten Begrüßungen.
- …das Einfügen eines Support-Blocks mit Informationen zum Moodle-Kurs und zur aufrufenden Person.
- …das einheitliche Einfügen von Lizenzinformationen in OER-Kursen.
Im Rahmen der Session berichtete Andreas von seinen Erfahrungen mit dem Plugin und wies auf Aspekte hin, die beim Anlegen von Templates empfehlenswert sind.
Das Thema fand bei den Anwesenden großen Anklang und viele äußerten Interesse an einem Folge-Workshop zu der Thematik. Als Kompetenzzentrum Moodle.NRW denken wir deshalb aktuell darüber nach, ob/wie wir das Thema, gemeinsam mit Andreas, nochmals aufgreifen können. Sobald es Neuigkeiten dazu gibt, informieren wir die Moodle-Community über die etablierten Kanäle!BookIT
Auch das Themenfeld Prüfungen mit Moodle stand bei dem Hochschultreffen im Fokus. Am Mittwoch stellten Melanie Treitinger (Ruhr-Universität Bochum) und Denise Materna-Stuttkewitz (TU Dortmund) das Entwicklungsvorhaben eines Buchungs-Plugins für Raum- und Ressourcenverwaltung für elektronische Prüfungen vor. Das Plugin bildet den gesamten Prozess der Prüfungsorganisation ab und bietet die Möglichkeit durch Checklisten die einzelnen Arbeitsschritte für die elektronische Prüfung zu verwalten. Die Arbeitsgruppe des Projekts, in der auch Moodle.NRW vertreten ist, trifft sich wöchentlich am Montag um 10 Uhr und arbeitet an der Entwicklung des Prototyps. Aktuell besteht ein Kalender, über den bereits Prüfungstermine gebucht werden können. Das Plugin soll eines der ersten Vereinsplugins werden.
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