Abschnittsübersicht

  • Immer wieder gibt es Lehrende, die von einer Hochschule an eine andere Hochschule wechseln und ihre Moodle-Kurse mitnehmen möchten. Dabei stehen sie vor der Herausforderung, dass es zu Inkompatibilitäten kommen kann, aufgrund von Versions- und Plugin-Unterschieden. Der Moodle Core verspricht dabei einen Standard, der allen Systemen zugrunde liegt. Doch ist dem so? Könnte eine Rolle hier Abhilfe schaffen, wenn sie so konfiguriert wäre, dass nur Aktivitäten und Materialien ausgewählt werden könnten, die im Moodle Core, zum Beispiel in der Version 5.2 zur Verfügung stehen?

    Das würde in der Theorie bedeuten, dass jegliche Plugins oder Erweiterungen, die eine Hochschule hinzugefügt hat, für Nutzende in der Rolle nicht angezeigt werden und bei der Erstellung eines neuen Kurses nur die Core-Funktionalitäten ausgewählt werden können. Ein Kurs, der lediglich die Core-Aktivitäten enthält, sollte leichter in ein anderes Moodle-System übertragbar sein. Doch kann eine Rolle maximale Interoperabilität zwischen den Moodle-Systemen herstellen, so dass Moodle Kurse einfacher weitergegeben oder weitergenutzt werden können?

    In der Diskussion zeigte sich schnell: Auch für diese Herausforderung ist der Weg über eine Rolle mehr Krücke, als echte Hilfe. Die Gründe für diese Erkenntnis liegen sowohl auf der System- als auch auf der Nutzenden-Ebene. 

    Probleme auf der System- und Nutzenden-Ebene

    Von der technischen Seite können auch Kurse, die mit einer Standard-Rolle erstellt wurden, bei einem Instanz-Wechsel auf die gleichen Kompatibilitätsprobleme stoßen, wie Kurse, die ohne diese Rolle erzeugt wurden. Aufgrund personaler Ressourcen und variierender Update-Strategien, nutzen Hochschulen Moodle auf unterschiedlichen Versionen und Themes, sodass sich auch der Moodle-Core von Instanz zu Instanz unterscheiden kann. Potentiell kann es somit immer zu Problemen kommen, wenn Inhalte von einer Instanz auf eine andere verschoben werden und diese Instanzen sich auf unterschiedlichen Moodle-Versionen befinden. Eine fehlerfreie Übertragung kann auch eine Rolle nicht garantieren. 

    Auf Seiten der Usability zeigen sich zwei Probleme. Zum einen müssen Lehrende die Funktion des Rollenwechsels beherrschen und dürfen in der Kurserstellung nicht die eigene Rolle verwechseln. Gerade bei unerfahrenen Nutzenden kann dies eine Herausforderung darstellen. Doch die größere Problematik zeigt sich in der Frage: Inwiefern wissen Nutzende beim Kursaufbau schon, dass sie ihre Inhalte auf eine andere Moodle-Instanz übertragen möchten? Den Weg über die Rolle zu wählen, würde folglich voraussetzen, dass Lehrende schon zum Zeitpunkt der Kurserstellung bewusst einen interoperablen Kurs erstellen möchten. Nachträglich die Rolle zu nutzen, würde wenig Sinn ergeben. Da sich das Problem der Übertragbarkeit für Lehrende meist erst beim Wechsel an eine andere Hochschule zeigt, ist eine Rolle nicht der geeignete Weg, um die Interoperabilität zu erhöhen. Es gibt jedoch Alternativen zur Rolle, die genau hier ansetzen. 

    Alternativen für eine Verbesserung der Übertragbarkeit von Inhalten

    Angelehnt an die Empfehlung zur "Beginner-Rolle" könnte man in den Empfehlungen für die Aktivitäts- und Materialauswahl lediglich Core-Funktionen hinterlegen. Mit einer Anleitung könnten Nutzende unterstützt werden, ausschließlich diese Funktionen zu nutzen, um einen interoperablen Kurs zu erstellen. Nutzende müssten hierfür keine Rolle wechseln. Jedoch bliebe das Problem bestehen, dass Lehrende zum Beginn der Kurserstellung wissen müssten, ob sie ihren Kurs später übertragen wollen. Um eine saubere Lösung für das Thema Interoperabilität zu erhalten, müsste demnach eine technische Lösung erarbeitet werden. 

    Ein Vorschlag, der auf der MoodleMoot DACH 2026 genannt wurde, war, ein Kurs-Checker Plugin zu entwickeln, welches im Block platziert werden könnte. Dieses könnte den Moodle-Kurs prüfen und dem Lehrenden anzeigen, welche genutzten Aktivitäten und Funktionen aus dem Moodle-Kurs nicht dem Core entsprechen. Weiter könnte es auch angeben, auf welcher Moodle-Version der Kurs erstellt wurde. Mit diesen Informationen könnten sich die Lehrenden an den Moodle-Support der anderen Hochschule wenden und nachfragen, ob diese Funktionen ebenfalls im anderen Moodle verfügbar sind, und so abschätzen, ob sie ihren Kurs vor der Sicherung überarbeiten müssen. Ein solches Tool, müsste in der Moodle-Community entwickelt werden. Vielleicht ist dies ja eine Idee für das nächste DevCamp der MoodleMoot DACH 2027?