Sensibilisierungsmaterial – Farbfehlsichtigkeit, Sehbehinderung, Blindheit

2. Farbfehlsichtigkeiten

2.1. Simulation "Einsatz von Farben"

Informationen nicht nur über Farbe transportieren

Für Menschen mit Farbfehlsichtigkeiten ist es problematisch, wenn Informationen nur über Farben transportiert werden. In dem folgenden Imageslider wird nur über grüne oder oder rote Kästchen gezeigt, welche Aussage richtig und welche Aussage falsch ist. Wer die Farben nicht erkennen kann, weiß nicht, ob die helleren oder die dunkleren Kästchen rot bzw. grün sind. Hätten Sie es richtig gedeutet? (Bewegen Sie die vertikale Trennlinie nach oben oder unten) 

Im zweiten Beispiel ist es gut gelöst: Die Information richtig/falsch wird über die Farbe und die Form übertragen. Der grüne Haken bedeutet richtig, das rote Kreuz falsch. 

Eine wichtige Regel für die barrierefreie Verwendung von Farbe ist, Informationen niemals nur über Farbe zu transportieren, sondern auch über einen zweiten Weg, zum Beispiel die Form oder über Text. das gilt übrigens auch für Beschreibungen im Text. Nicht: Klicken Sie auf den grünen Button. Besser: Klicken Sie auf den grünen Button "Absenden".

Ausreichende Kontraste verwenden

Ausreichende Kontraste sind die zweite wichtige Regel bei der Verwendung von Farbe. Farben, die nebeneinander stehen, müssen sich gut unterscheiden. Es gibt sehr viele Arten von Farbfehlsichtigkeiten, deshalb reicht es nicht, sich zu merken, dass rot und grün nicht nebeneinander kombiniert werden sollten. Ob sie gut zu unterscheiden sind, lässt sich über die Kontrastunterschiede messen. Dazu ist unter anderem der Colour Contrast Analyzer (neues Fenster) hilfreich. Bei Grafiken und Bildern sollten die Farben, die nebeneinander stehen, einen Kontrast von 3:1 haben. Da das nicht einfach zu gewährleisten ist, hilft es, die Anteile in Tortendiagrammen mit Separtoren sichtbar voneinander zu trennen oder in Stapelbalken nicht nur Farben, sondern auch Muster zu nutzen.